· 

Berufsunfähigkeitsversicherung: Alternativlos für jeden Erwerbstätigen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung dient zur finanziellen Absicherung, wenn die versicherte Person durch Krankheit oder Unfallfolgen einen Berufsunfähigkeitsgrad von mindestens 50 % hat. Hierbei spielt die Art der Erkrankung keine Rolle. Sie schließt die Versorgungslücke zur Sicherstellung des Lebensstandards. Auch bei Arbeitnehmern ist sie gerade in jungen Altern wichtig, weil die Leistungen aus der gesetzlichen Renten- oder Unfallversicherung bei weitem nicht ausreichend hoch sind.

Zielgruppe:                                        alle Berufstätigen

Schadenpotenzial:     für Angestellte                                  300.000 € - 500.000 €
                                       für Selbstständige                         600-000 € - 1.000.000 €

Das Schadenpotenzial liegt für nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Selbstständige höher, weil die gesetzlichen Leistungen fehlen.                           

Priorität:                    hoch

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für alle Erwerbstätige von hoher Bedeutung. Insbesondere für Selbstständige und Angestellte mit einer handwerklichen Tätigkeit. Aber auch Angestellte mit einem Schwerpunkt auf kaufmännischer Tätigkeit sind angesprochen, weil eine Krankheit oder  ein Unfall unabhängig von der beruflichen Tätigkeit jederzeit - auch im Freizeitbereich – eintreten kann. Die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche werden in der Beitragsberechnung der Versicherungen berücksichtigt.

Auf dem Versicherungsmarkt werden preiswertere Alternativen unter eigenen Begriffen, z.B. „Existenzsicherungs-Policen“ oder „erweiterte Invaliditätsversicherung“, angeboten. Sie stellen allerdings nur eine Ausschnittsdeckung zur Verfügung:

·       Unfallinvalidität

schon ab einer 50%igen Invalidität nach einem Unfall

·       Schädigung von Organen

bei einer schweren Schädigung eines wichtigen Organs, z. B. Gehirn, zentrales Nervensystem, Lunge, Nieren oder Leber durch Krankheit oder Unfall

·  Pflegebedürftigkeit

bei Eintritt einer Pflegebedürftigkeit (mindestens Pflegestufe I)

·       Verlust von Grundfähigkeiten

bei Verlust der Grundfähigkeiten, wie z. B. Sehen, Hören, Sprechen, sich orientieren und bei schwerwiegenden Störungen des Bewegungsapparates

·       Krebserkrankung

bei Eintritt einer Krebserkrankung.

Bei Krebserkrankungen kann die Leistungsdauer – je nach Schweregrad – zeitlich begrenzt sein.

Obwohl die „Existenzsicherungs-Police“ wesentlich günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung und deutlich umfassender als eine klassische Unfallversicherung ist, bleibt sie doch wesentlich hinter dem Leistungsspektrum der Berufsunfähigkeitsversicherung zurück. Sie sollte nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Versicherer aufgrund von vorliegenden Erkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine  mit zu hohen Beiträgen (Risikozuschläge!) anbietet. In diesem Fall ist die „Existenzsicherungs-Police“ allerdings empfehlenswerter als eine normale Unfallversicherung, weil sie auch bestimmte Erkrankungen als versicherte Gefahren anerkennt.

Preisspanne

Um ein Gefühl für Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen wird folgendes Beispiel gerechnet:

Alter der versicherten Person bei Vertragsbeginn:                    23 Jahre

Laufzeit:                                                                                            40 Jahre

Leistungsschlussalter:                                                                   63 Jahre

Keine Dynamisierung

 

Tätigkeit

 

 

Monatliche Leistung

Monatlicher Beitrag mit Überschuss-beteiligung und mit Provision

Monatlicher Beitrag mit

Überschuss-beteiligung und ohne Provision

 

Kaufmännischer Angestellter

 

           750 €

 

           25 €

 

 

             22 €

 

 

 

 

        1.000 €

 

            33 €

 

             29 €

 

 

 

 

        1.500 €

 

            49 €

 

             42 €

 

Dachdecker

 

 

            750 €

 

            65 €

 

             60 €

 

 

 

 

         1.000 €

 

            86 €

 

             79 €

 

 

 

 

         1.500 €

 

          128 €

 

           117 €

 

Die Tabelle zeigt:

 

·       Der Preisunterschied zwischen einem kaufmännischen Angestellten und eine Dachdecker liegt bei dem zweieinhalbfachen. Der Dachdecker zahlt deutlich mehr als das Doppelte wie der kaufmännische Angestellte

·       Die Tarife mit und ohne Provision unterscheiden sich um 9 %. Im Falle der Dachdeckers mit einer monatlichen Leistung von 1.500 € zahlt die versicherte Person über 40 Jahre einen Gesamtbeitrag von 61.440 € mit Provisionsbelastung, bei einem Tarif ohne Provision nur 56.160 €, also 5.280 € weniger.

Der Beitrag hängt ab von:

 

·       Tätigkeit/Beruf

·       Monatlicher Leistung

·       Alter

·       Laufzeit

·       Vorerkrankungen

·       Tarifart (mit oder ohne Provision)

 

Tipps

·       Die monatliche Leistung sollte – je nach individueller Situation – zwischen 50 % und 70 % des monatlichen Nettoeinkommens liegen.

 

·       Es ist darauf zu achten, dass auch ein provisionsfreier Tarif angeboten wird. Die Beiträge bei einem sogenannten „Netto-Tarif“ (ohne Provision) sind in der Regel um 8 % - 10 % günstiger. Der Prozentsatz von 8 % - 10 % als Unterschied zwischen „Brutto“- und „Netto“-Tarif gilt unabhängig von der Wahl der beitragsrelevanten Parameter.

 

·       Bei einer Dynamisierung von monatlichen Leistungen in der Beitragsphase ist bei provisionsbelasteten Tarifen besondere Vorsicht geboten, weil der Vermittler an jeder automatischen monatlicher Erhöhung der Leistung durch Zahlung von  entsprechenden Provisionen beteiligt wird. Diese Beiträge werden von der versicherten Person mit der Beitragserhöhung bezahlt, obwohl der Vermittler keine weitere eigene Leistung erbringt. Eine jährliche Dynamisierung der Leistung um 5 % erhöht die Provision des Vermittlers nach 35 Jahren gegenüber seiner Anschlussprovision am Anfang um das viereinhalbfache. Der Vermittler erhält bei einer verdienten Abschlussprovision von z.B. 2.000 € den viereinhalbfachen Betrag von weiteren 9.000 € über die nächsten 35 Jahre alleine durch die Dynamisierung. Insgesamt bekommt er bei nicht gekündigtem Vertrag eine Provision von 11.000 €!

Bei provisionsfreien Tarifen tritt dieses Problem nicht auf. Dort ist eine Dynamisierung der monatlichen Leistung ohne Bedenken.

·       Arbeitsunfähig ist jeder, der einen »gelben Schein« vom Arzt erhält. Bei der Arbeitsunfähigkeit wird - im Gegensatz zur Berufsunfähigkeit - davon ausgegangen, dass die Arbeitsunfähigkeit nicht dauerhaft sein wird. Da sich die Genesung mancher Krankheiten auch mehrere  Monate hinziehen kann, kann sich für die versicherte Person hieraus eine finanzielle Schieflage ergeben. Für diesen Fall sollte der Versicherer zusätzlich eine Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit anbieten, die an eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Klausel übergangslos angekoppelt werden kann.

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0