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Dynamik: Vorsicht geboten!

Bei Personenversicherungen wie z.B. Berufsunfähigkeits-, Lebens- oder Rentenversicherungen wird in der Regeleine Dynamik angeboten und gerne vom Vermittler verkauft. Damit wird die Versicherungssumme jährlich um einen Prozentsatz zwischen 2 % und 5 % automatisch erhöht. Die Prämie steigt entsprechend, Jahr für Jahr.

 

Bei einer Dynamisierung von monatlichen Leistungen in der Beitragsphase ist bei provisionsbelasteten Tarifen besondere Vorsicht geboten, weil der Vermittler an jeder automatischen monatlicher Erhöhung der Leistung durch Zahlung von  in der Prämie enthaltenen Provisionen beteiligt wird. Diese Beiträge werden von der versicherten Person mit der Beitragserhöhung bezahlt, obwohl der Vermittler keine weitere eigene Leistung erbringt. Eine jährliche Dynamisierung der Leistung um 5 % erhöht die Provision des Vermittlers nach 35 Jahren gegenüber seiner Anschlussprovision am Anfang um das viereinhalbfache. Der Vermittler erhält bei einer verdienten Abschlussprovision von z.B. 2.000 € den viereinhalbfachen Betrag von weiteren 9.000 € über die nächsten 35 Jahre alleine durch die Dynamisierung. Insgesamt bekommt er bei nicht gekündigtem Vertrag eine Provision von 11.000 €!

Bei provisionsfreien Tarifen tritt dieses Problem nicht auf. Dort ist eine Dynamisierung der monatlichen Leistung bezogen auf die Provisionierung ohne Bedenken. Allerdings besteht auch bei Nettotarifen die Gefahr, dass bei unkontrolliertem Wachstum der Versicherungssumme durch eine automatische Dynamik nach einigen Jahren eine Überversorgung entstehen kann. Dies kostet unnötig Geld.

 

Tipps:

  • Vereinbaren Sie keine Dynamisierung in Ihren Personenversicherungen, sondern prüfen Sie regelmäßig selbst, ob die Versicherungssumme noch Ihrem Bedarf entspricht.
  • Kündigen Sie bei vorhandenen Verträgen die Klausel für Dynamisierung. Dies ist jederzeit durch eine schriftliche Mitteilung an den Versicherer möglich. Bei Nettotarifierung (ohne Provision) ist dies auch zu empfehlen, weil ansonsten die Versicherungssumme nach einigen Jahren weit über dem Bedarf liegen kann.

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