Garantieversicherung

Eine Garantieversicherung findet man bei Autos und bei elektronischen Geräte wie z.B. Fernseher, Waschmaschinen u.a.

Es geht entweder um eine Verlängerung der gesetzlich festgelegten Gewährleistung des Herstellers für neue Autos/elektrische Geräte oder des Händlers für gebrauchte Autos/elektrische Geräte. Beim Kauf eines gebrauchten Autos ersetzt die Garantieversicherung häufig auch die gesetzliche Haftung des Gebrauchtwagenhändlers.

Das Gesetz bestimmt, dass Gebrauchtwagenhändler zwei Jahre lang für Sachmängel haften müssen. Die Frist kann vertraglich auf ein Jahr verkürzt werden. Sollte der Gebrauchtwagen in dem festgelegten Zeitraum nach dem Kauf Mängel aufweisen, die schon bei der Übergabe des Fahrzeugs bestanden, kann der Kunde eine kostenlose Nachbesserung vom Verkäufer verlangen. In den ersten sechs Monaten nach dem Kauf liegt die Beweislast für den Schadeneintritt allein beim Gebrauchtwagenhändler. Bei seriösen Händlern darf man erwarten, dass sie die Kosten für eine Garantieversicherung übernehmen, die den Teil ihre Haftung abdecken. Häufig kommt es allerdings vor, dass Händler eine Garantieversicherung an die Kunden verkaufen, die die Haftung des Händlers mit umfassen.

Die Schadenquoten der Garantieversicherungen liegen zwischen 20 % und 35 %. Somit werden nur 20 % bis 35 % der Beiträge für die Schadenregulierung verbraucht. Der Rest wird für Vertriebskosten, Verwaltungskosten und für den Gewinn des Versicherers verwendet.

Bei elektronischen Geräten entsteht ein Schaden meist entweder in den ersten Monaten nach dem Kauf (Garantiezeit!) oder erst nach 5 bis 10 Jahren durch Verschleiß. Eine Verlängerung der Garantiezeit auf 3 bis maximal 5 Jahre ist bei der heutigen Technik wenig schadenträchtig.

 

Zielgruppe:                                                                              alle

Schadenpotenzial:                Gebrauchtwagen                    10.000 €
Elektronische Geräte                5.000 €

Priorität:                                                                   gering

 

Tipps:

  • Die Garantieversicherungen enthalten in ihren Beiträgen einen hohen Anteil für Verwaltungskosten und Provision. Der Teil der Beiträge, die für Schäden bei Kunden verbraucht wird, liegt unter 40 %. Dies ist für die Kunden wenig attraktiv.

 

  • Die Verkäufer eines gebrauchten Autos oder eines neuen oder gebrauchten elektronischen Gerätes haben ein großes Interesse, den Kunden eine Garantieversicherung zu verkaufen. Einerseits wird die Haftung des Verkäufers bei gebrauchten Gütern reduziert, andererseits gibt es immer eine hohe Provision als zusätzliche Einnahmequelle.


  • Beim Kauf eines gebrauchten Autos ist eine Garantieversicherung für den Kunden sinnvoll, sofern der Verkäufer die Kosten übernimmt. Ansonsten muss klar sein, dass der Kunde durch den Kauf einer Garantieversicherung den Verkäufer um die auf ihm liegende Haftung entlastet und ihm durch den Kauf noch eine zusätzliche Einnahmequelle durch die in der Garantieversicherung enthaltenen Provision ermöglicht.

 

  • Bei elektronischen Geräten ist eine Garantieversicherung nicht zu empfehlen. Das Schadenpotenzial ist gering und die Gewährleistung bei Neugeräten für die ersten beiden Jahre ist automatisch durch den Kauf gesichert.


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