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Rentenversicherung:sichere Kapitalanlage

Die klassische Rentenversicherung versichert eine lebenslange Leibrente für eine versicherte Person, die ab einem vorher festgelegten Alter gezahlt wird. Es wird somit der Erlebensfall ab einem vereinbarten Alter finanziell abgesichert. Die klassische Rentenversicherung ist kapitalgedeckt. Der Vorteil als Kapitalanlage besteht in der relativ hohen Rendite von derzeit mindestens 2,5 % auf den Deckungsstock (reserviertes Kapital beim Versicherer). Aufgrund der Vorschriften zur Anlage dieses Kapitals beim Versicherer ist die Anlagestrategie als sicher einzustufen. Wo gibt es heute eine sichere Kapitalanlage mit 2,5 % Rendite? Wichtig hierbei ist allerdings, die Vertriebskosten (Provision) so niedrig wie möglich zu halten, weil diese Kosten die Rendite eins zu eins schmälern.

Weiterer Vorteil der Rentenversicherung als Kapitalanlage ist, dass im Alter auf die Rentenzahlungen nur der Ertragsanteil der Rente versteuert werden muss. Der Wert richtet sich nach dem Alter der versicherten Person beim Rentenbeginn und bleibt dann konstant, z.B.:

 

 

Rentenbeginn im Alter von…

 

 

                Ertragsanteil

                               60

 

                       22 %

                              61

                       22 %

 

                              62

                       21 %

 

                              63

                       20 %

 

                              64

                       19 %

 

                              65

                       18 %

 

 

 Die Steuer ist nur auf den verringerten Betrag zu zahlen. Hierzu ein Beispiel:

 

Alter zu Rentenbeginn:          63

Rentenhöhe pro Monat:        700 € (im Jahr: 8.400 €)

Ertragsanteil zum Rentenbeginn ab dem 63. Lebensjahr:    20 %.

 

Somit wird jedes Jahr bei einer Rentenzahlung von jährlich 8.400 € eine Steuer in Höhe von 504 € fällig. Dies entspricht einem Anteil an den 8.400 € von 6 %. Bei einem persönlichen Steuersatz von 30 % für sonstige Einnahmen erhält der Rentner für diese Rentenzahlung im Jahr von 8.400 € einen Steuervorteil von 24 % x 8.400 € = 2.016 €.

Das Deckungskapital für die klassische Rentenversicherung wird äußerst vorsichtig angelegt. Das Risiko aus dieser Art der Kapitalanlage ist gering. Dies bedeutet aber auch, dass die Rendite aus der Kapitalanlage niedrig ist. Trotzdem wird im Durchschnitt eine Rendite um 2,5 % erreicht.

 

Fondsgebundene Rentenversicherung

Die fondsgebundene Rentenversicherung verbindet einen Fondssparplan mit einer lebenslangen Rentenzahlung. Sie ist einer klassische Rentenversicherung sehr ähnlich. Der Unterschied ergibt sich aus der Anlage des Deckungskapitals. Wie der Name schon sagt, wird bei der fondsgebundenen Rentenversicherung das Kapital der versicherten Person in Fonds angelegt. Die Kapitalanlage ist somit risikoreicher als bei der klassischen Rentenversicherung.  Die Wertentwicklung des Deckungskapitals hängt unmittelbar von der Entwicklung des Fonds ab. Ist der Fonds erfolgreich, ist die Rendite aus der Kapitalanlage höher als bei der klassischen Rentenversicherung, im gegenläufigen Fall niedriger. Um die Schwankungen zum Ende der Ansparphase zu verringern, werden in den letzten Jahren häufig Sicherungsmaßnahmen ergriffen, um einen plötzlichen Absturz des Fonds zu verhindern. Trotzdem bleibt ein gewisses Restrisiko, ob die fondsgebundene Versicherung besser per formt als die klassische Rentenversicherung.

 

„Indexpolice“

Die „Indexpolice“ ist eine spezielle Form der fondsgebundenen Rentenversicherung. Die Kapitalanlage erfolgt in einem Indexfonds. Indexfonds sind Investmentfonds, die einen bestimmten Börsenindex (z. B. DAXDow Jones) möglichst exakt nachbilden. Dazu investieren die Fonds zum Beispiel in die dem Index zugrunde liegenden Wertpapiere im gleichen Verhältnis wie der Index.

In diesem Zusammenhang werden auch immer ETF’s genannt. ETF steht für „exchange-traded fund“ und meint einen Investmentfonds, der an einer Börse gehandelt wird. Er wird im Normalfall nicht über die emittierende Investmentgesellschaft, sondern über die Börse erworben und veräußert. Da die meisten börsengehandelten Fonds passiv verwaltete Indexfonds sind, ist die Verbindung von ETF’s, Indexfonds und Indexpolice als spezielle fondsgebundene Rentenversicherung nachvollziehbar.

Indexpolicen verursachen weniger Verwaltungskosten des Versicherers für die Kapitalanlage und sind durch die breite Streuung, z.B. über alle Unternehmen, die im DAX gelistet sind, in der Wertentwicklung deutlich stabiler als gewöhnliche Investmentfonds.

Tipps:

  • Es ist darauf zu achten, dass ein provisionsfreier Tarif angeboten wird. Dies gilt besonders dann, wenn bereits ein Angebot mit einem provisionsbelastete Tarif vorliegt. Die Beiträge bei einem sogenannten „Netto-Tarif“ (ohne Provision) sind in der Regel um 8 % - 10 % günstiger. Bei einer Gesamtbeitragssumme von 100.000 € sind dies bis zu 10.000 €. Der Prozentsatz von 8 % - 10 % ist unabhängig von der Gesamtbeitragssumme und gibt genauso für Summen von 30.000 € (3.000 € Ersparnis) wie für Summen von 500.000 € (50.000 € Ersparnis).

 

  •  Die Rentenversicherung sollte für die Rentenphase einen „Guthabenschutz“ haben, der sicherstellt, dass bei einem frühen Tod der versicherten Person die Hinterbliebenen entweder den nicht verbrauchten Teil des Deckungskapitals erhalten oder eine garantierte Rentenzahlungsdauer vorgesehen wird, selbst wenn die versicherte Person nicht mehr lebt.

 

  • Wenn der Wunsch nach einer fondsgebundenen Rentenversicherung besteht, sollte eine „Indexpolice“ (ETF’s) gewählt werden. Sie hat den Vorteil von geringeren Kapitalverwaltungskosten für den Versicherer, die sich positiv auf den Beitrag der versicherten Person durchschlägt. Außerdem ist die Schwankung im Wert des Investmentfonds über die Laufzeit niedriger, da in der Regel alle Unternehmen eines Aktienindex im Fonds enthalten sind. Einige Anbieter nehmen sogar bis zu 6 unterschiedliche Indexfonds in den Gesamtfonds auf, so dass das Risiko weltweit gestreut und damit deutlich schwankungsärmer ist.

 

  • Einige Anbieter haben die Möglichkeit, bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung/Indexpolice eine Beitragsgarantie zuzusagen. Damit sind zumindest die eingezahlten Beiträge auch dann gesichert, wenn der Investmentfonds schlecht per formt. Zur Absicherung der Rentenzahlungen ist dies empfehlenswert.

 

 

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